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Die Vielfalt ist unsere Lebensgrundlage

Die ersten Menschen kamen vor etwa 10 000 Jahren nach Nordnorwegen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Küste und Inseln Nordnorwegens gerade eisfrei geworden. Möglicherweise folgten diese Menschen Herden wilder Rentiere, die in die vom Eis befreiten Gebiete vordrangen. Ausgrabungen haben gezeigt, dass diese Steinzeitmenschen die reichen Ressourcen des Meeres und der Landgebiete ausnutzten.

Die Nutzung der natürlichen Ressourcen war schon immer und ist auch heute noch der wichtigste Faktor bei der Besiedelung Nordnorwegens.

Die Rentierjagd, und später die Rentierzucht, stellte die Lebensgrundlage der Bevölkerung der Hochebenen dar. An der Küste lebten die Leute von den reichen Fischressourcen des Meeres. In den Fjorden und den Flusstälern waren Jagd und Fischerei, und später auch die Landwirtschaft, die wichtigste Lebensgrundlage. überall in Nordnorwegen wurde der tägliche Speiseplan durch Beerenpflücken und Eiersammeln ergänzt.

Wie bereits erwähnt war und ist die Nutzung der natürlichen Vielfalt eine Voraussetzung für die Besiedelung Nordnorwegens. Die Siedlungsstruktur wurde maßgeblich von den Zugangsmöglichkeiten zu den natürlichen Ressourcen beeinflusst. Neben Nahrungsmitteln stellt die Natur Rohstoffe für die Industrie zur Verfügung, die wiederum Arbeitsplätze und somit eine Einkommensgrundlage für die Bevölkerung ermöglichen. Viele Siedlungsgebiete sind durch Fischerei, Rentierzucht, Wald- und Landwirtschaft von Naturressourcen abhängig und somit auch anfällig gegenüber Verschlechterungen des Zugangs zu diesen. Wir müssen also dafür sorgen, dass deren Nutzung auf eine vernünftige Art und Weise geschieht. Eine Übernutzung der Ressourcen kann katastrophale Folgen haben, sowohl für die Natur als auch für die von ihr abhängigen Menschen. In der Vergangenheit finden sich dafür mehrere Beispiele.

Der intensive Walfang Ende des letzten Jahrhunderts hat fast zur Ausrottung aller großen Walarten geführt. Und obwohl diese Arten seit 1904 unter Schutz stehen, sind sie heute immer noch sehr selten. Eine Überfischung der Herings- und Loddebestände in den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren hatte einen Zusammenbruch der Fischereiwirtschaft zur Folge. Das Meer war von Fischen wie leer gefegt, und die Fischer waren arbeitslos. Dies hatte für viele Städte und Ballungsgebiete Nordnorwegens extrem negative Folgen.

Es wird befürchtet, dass die Rentierzucht heute vor einem ähnlichen Zusammenbruch steht, als Folge der Überweidung der Finnmarksvidda. Sollte dies eintreffen, wird es ohne Zweifel große ökonomische, soziale und kulturelle Probleme geben.

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